Quick-Guide: So erstellst Du ein Datensicherungskonzept für Dein Unternehmen
Daten sind das Rückgrat eines jeden Unternehmens, sei es Kundendaten, Finanzinformationen oder interne Dokumente. Doch was passiert, wenn plötzlich alle Daten verloren gehen? Ein Hardware-Defekt, ein Cyberangriff oder ein menschlicher Fehler können innerhalb weniger Sekunden wertvolle Informationen vernichten. Ohne ein durchdachtes Datensicherungskonzept drohen finanzielle Verluste, rechtliche Konsequenzen und ein massiver Vertrauensverlust bei Kunden und Partnern.
Ein strukturiertes Backup-Konzept ist daher keine optionale IT-Maßnahme, sondern eine essenzielle Sicherheitsstrategie. Doch welche Backup-Strategien gibt es? Wer ist in Deinem Unternehmen dafür verantwortlich? Und wie kann man sicherstellen, dass Backups im Ernstfall wirklich funktionieren?
In diesem Beitrag erfährst Du, welche Gefahren ohne Datensicherung drohen, welche gesetzlichen Vorgaben es gibt und wie Du ein effektives Backup-Konzept für Dein Unternehmen erstellst. Sind Deine Daten wirklich sicher? Finde es heraus!
Definition: Was ist ein Datensicherungskonzept?
Ein Datensicherungskonzept ist ein klar dokumentierter Plan, der festlegt, wie geschäftskritische Daten geschützt und wiederhergestellt werden. Dieser Plan legt fest, welche Daten gesichert werden, wann und wie oft, womit (Backup-Verfahren) und wo (On-Prem, Cloud) sie abgelegt sind. Dazu gehören auch die Verantwortlichkeiten, die Sicherheitsmaßnahmen (z. B. Verschlüsselung, Zugriffsrechte) sowie die RTO/RPO und die regelmäßigen Restore-Tests, damit die Wiederherstellung im Ernstfall zuverlässig funktioniert. Kurz gesagt ist es die Blaupause, die aus Backups echte Betriebssicherheit macht.
Welche Gefahren drohen Unternehmen ohne Datensicherungskonzept?
Unternehmen, die über keine funktionierende Datensicherung verfügen, setzen sich erheblichen Risiken aus. Datenverluste können jederzeit auftreten. Ohne ein ausgeklügeltes Konzept lassen sich diese Vorfälle weder zuverlässig verhindern noch schnell beheben. Hier sind die größten Gefahren im Überblick.
Ransomware und Cyberangriffe
Cyberkriminelle setzen verstärkt auf Ransomware, um Unternehmensdaten zu verschlüsseln und erst nach Zahlung eines Lösegelds wieder freizugeben. Ohne ein aktuelles Backup sind Unternehmen erpressbar und riskieren den vollständigen Datenverlust.

Hardware-Ausfälle und technische Defekte
Festplatten und andere Speichermedien haben eine begrenzte Lebensdauer und Defekte können auftreten.
Menschliche Fehler und fahrlässiges Löschen
Unabsichtliches Löschen von Dateien, Fehlkonfigurationen oder versehentliches Überschreiben wichtiger Daten können schnell passieren.
Image- und Vertrauensverlust bei Kunden und Geschäftspartnern
Ein Datenverlust kann das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern erheblich schädigen. Unternehmen, die nach einem IT-Notfall keine schnelle Wiederherstellung gewährleisten können, riskieren Reputationsverluste und Abwanderung von Kunden.
Wer ist für die Datensicherung im Unternehmen verantwortlich?
Die Verantwortung für eine vorhandene und funktionierende Datensicherung liegt bei der Geschäftsführung des Unternehmens. Auch wenn ein externer Dienstleister beauftragt wurde, sind die Geschäftsführung und der Datenschutzbeauftragte verpflichtet, ein funktionierendes Backup-Konzept sicherzustellen. Die Beauftragung eines Dienstleisters entbindet die Verantwortlichen nicht von ihren Pflichten.
Operativ solltest Du die Verantwortung klar zuweisen:
- Geschäftsführung: Genehmigt Budget, definiert Risikotoleranz, verabschiedet Richtlinien.
- IT-Leitung / ISB: Übersetzt Vorgaben in Technik (RTO/RPO, 3-2-1-Regel, Retention), wählt Lösungen aus, steuert Dienstleister.
- Datenschutzbeauftragter: Prüft DSGVO-Konformität (Rechtsgrundlagen, Löschkonzept, Verschlüsselung, Auftragsverarbeitung).
- Fachbereiche: Klassifizieren Daten, definieren Wiederanlaufprioritäten und prüfen Restore-Ergebnisse.
- Externer Dienstleister (MSP): Liefert vereinbarte Leistungen – aber nicht die Haftung. SLAs/OLAs schriftlich fixieren (Backuphäufigkeit, Monitoring, Restore-Zeit, Reporting).
Empfehlung: eine schlanke RACI-Matrix (Responsible, Accountable, Consulted, Informed) für Backup, Monitoring, Test-Restore, Incident-Response und Reporting. Plus ein monatliches Backup-Reporting an die GF (Erfolgsquote, Restore-Tests, Abweichungen, Risiken).
Datensicherungskonzept: Aufgabe und Ziel
Das zentrale Ziel eines Datensicherungskonzepts ist die kontinuierliche Verfügbarkeit und Wiederherstellbarkeit geschäftskritischer Informationen. Es legt verbindlich fest, welche Daten gesichert werden, wie häufig Sicherungen erfolgen müssen und welche technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz erforderlich sind.
Neben der Auswahl einer geeigneten Backup-Strategie, beispielsweise nach der 3-2-1-Regel, umfasst das Konzept auch die Definition von Wiederanlaufzeiten (RTO) und des maximal tolerierbaren Datenverlusts (RPO). Ebenso werden Aufbewahrungsfristen, rechtliche Anforderungen sowie Sicherheitsmaßnahmen wie Verschlüsselung und Zugriffsbeschränkungen berücksichtigt.
Gesetzliche Grundlage: Datensicherungskonzept nach BSI & DSGVO
Die Erstellung eines Datensicherungskonzepts ist nicht nur eine Frage der IT-Organisation, sondern auch rechtlich verankert. Gesetzliche Vorgaben definieren eindeutig, welche Anforderungen Unternehmen an ihre Datensicherung stellen müssen. Ein Datensicherungskonzept ist somit nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern auch eine gesetzliche Verpflichtung.
Besonders die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und die Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) setzen klare Anforderungen an die Datensicherung und den Schutz sensibler Informationen.
DSGVO – Artikel 5 (1): Integrität und Vertraulichkeit
Laut Artikel 5 Absatz 1 DSGVO müssen personenbezogene Daten „in einer Weise verarbeitet werden, die eine angemessene Sicherheit der personenbezogenen Daten gewährleistet, einschließlich des Schutzes vor unbefugter oder unrechtmäßiger Verarbeitung und vor unbeabsichtigtem Verlust, Zerstörung oder Schädigung durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen“
Das bedeutet: Unternehmen sind verpflichtet, Maßnahmen wie regelmäßige Backups, verschlüsselte Speicherung und Zugriffskontrollen zu implementieren, um Datenverlust oder Manipulation zu verhindern. Ein fehlendes oder unzureichendes Backup-Konzept kann einen Verstoß gegen die DSGVO darstellen und zu hohen Geldbußen führen.
BSI-Vorgaben zur Datensicherung
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt in seinen IT-Grundschutz-Maßnahmen konkrete Vorgehensweisen zur Datensicherung, darunter:
Welche Datensicherungskonzepte gibt es?
- Volldatensicherung: Bei der Volldatensicherung speichert das System zu einem bestimmten Zeitpunkt alle zu sichernden Dateien auf einen zusätzlichen Datenträger.
- Differentielle Datensicherung: Bei der differentiellen Datensicherung sichert das System alle Daten und Änderungen, die seit dem letzten Vollbackup vorgenommen wurden.
- Inkrementelle Datensicherung: Bei der inkrementellen Datensicherung speichert das System alle Daten und Änderungen, die seit dem letzten Backup vorgenommen wurden – unabhängig davon, ob es sich um ein Voll-, Differentiell- oder Inkrementelles Backup handelt.
Inhalte eines Datensicherungskonzeptes
Ein effektives Datensicherungskonzept definiert klar, wie, wann und wo Unternehmen ihre Daten sichern. Dabei geht es nicht nur um die Wahl der richtigen Backup-Strategie, sondern auch um organisatorische und technische Maßnahmen zur sicheren Speicherung und Wiederherstellung. Doch welche Bestandteile des Datensicherungskonzept sind dabei essentiell?

Welche Elemente gehören in ein Datensicherungskonzept?
Im Datensicherungskonzept müssen folgende Elemente unbedingt enthalten sein:
- Definition der zusichernden Daten: Welche Daten sind geschäftskritisch und müssen regelmäßig gesichert werden?
- Speichervolumen: Wie groß ist die Datenmenge, die Du sichern musst?
- Änderungsvolumen: Wie häufig und in welchem Umfang ändern sich die Daten? Hohe Änderungsraten erfordern häufigere Backups.
- Verfügbarkeitsanforderungen: Wie schnell müssen die Daten nach einem Vorfall wiederhergestellt werden? Für kritische Systeme sind kürzere Wiederherstellungszeiten erforderlich.
- Vertraulichkeitsanforderungen: Welche Daten müssen besonders geschützt werden? Neben der Verschlüsselung benötigen sensible Informationen zusätzliche Zugangsbeschränkungen.
- Integritätsbedarf: Du musst die Informationen vor Manipulation schützen und revisionistisch speichern.
- Rechtliche Anforderungen: Welche gesetzlichen Vorgaben sind zu beachten?
- Anforderungen an das Löschen der Daten: Wann und wie müssen die gesicherten Daten gelöscht werden?
- Zuständigkeiten für die Datensicherung: Wer ist für die Planung, Durchführung und Kontrolle der Backups verantwortlich? Es müssen klare Rollen für die Zuständigkeit verteilt werden.
- Wiederherstellungstests: Es sollten regelmäßige Wiederherstellungstests durchgeführt werden, um die Funktionalität der Backups sicherzustellen.
Datensicherungskonzept in 6 Schritten erstellen
Ein wirksames Datensicherungskonzept basiert auf klaren Strukturen. Um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen alle relevanten Schritte – von der Bestandsaufnahme bis hin zu regelmäßigen Tests – definieren. Die folgenden sechs Schritte zeigen, wie sich ein solches Backup-Konzept praxisnah und zuverlässig umsetzen lässt.
– Wo werden diese Daten gespeichert (lokal, in der Cloud, auf mobilen Geräten)?
– Wie häufig ändern sich diese Daten, wie regelmäßig müssen sie gesichert werden?
Speichermedien: Lokale Datenträger, Netzwerkspeicher, Cloud-Lösungen
Speicherstandorte: Sicherung am externen Standort, andere Brandabschnitte, Cloud
Sicherungshäufigkeit: Täglich, wöchentlich oder kontinuierliche Backups
Recovery Point Objective (RPO): Wie viele Daten dürfen maximal verloren gehen? Ein tägliches Backup bedeutet, dass 24 Stunden Datenverlust auftreten können.
Zugriffsrechte: Autorisierte Personen für den Zugriff auf Backups definieren
Rechtliche Anforderungen: Einhalten der DSGVO, GoBD und branchenspezifischen Vorschriften
Fazit: Datensicherungskonzept als essenzieller Baustein der IT-Sicherheit
Ein durchdachtes Datensicherungskonzept ist für die IT-Sicherheit eines Unternehmens unverzichtbar. Denn Datenverluste durch Cyberangriffe, technische Defekte oder menschliche Fehler können schwerwiegende wirtschaftliche und rechtliche Folgen haben. Ohne ein strukturiertes Backup-Konzept riskieren Unternehmen nicht nur den Verlust wichtiger Informationen, sondern auch hohe Kosten, Betriebsunterbrechungen und Reputationsschäden.
Durch die Implementierung einer zuverlässigen Backup-Strategie mit regelmäßigen Sicherungen, sicherer Speicherung und Wiederherstellungstests können sich Unternehmen effektiv gegen diese Risiken absichern.
Zudem sind Unternehmen gesetzlich verpflichtet, ihre Daten gemäß den Vorgaben der DSGVO, der GoBD und der BSI-Richtlinien zu schützen. Ein Datensicherungskonzept ist somit nicht nur eine Schutzmaßnahme, sondern auch eine rechtliche Notwendigkeit.
Letztendlich gilt: Datensicherung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Unternehmen sollten ihr Backup-Konzept daher regelmäßig an neue Bedrohungen und technische Entwicklungen anpassen, um langfristig sicher und handlungsfähig zu bleiben.
Datensicherung mit der group24 AG
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Ein Backup ist somit ein Teil der Datensicherung.



